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Musik von berühmten Nicht-Komponisten

13 Feb 2015
   
 

Music by Famous Non-ComposersHauptsächlich assoziiert man bedeutende historische Persönlichkeiten mit ihren Leistungen in einem bestimmten Gebiet. Diese Verbindung ist gewöhnlich so eng, dass es eine überraschende Entdeckung sein kann, dass es durchaus auch andere Bereiche geben kann, in denen besonderes geleistet wurde. Dieser Nachlass (vielleicht nicht so weitbekannt oder genial) ist auch deshalb bemerkenswert, weil ein kreativer Mensch oft vielseitig begabt und zugleich in vielen Sphären erfolgreich ist.

Heute möchten wir uns auf das musikalische Erbe bekannter Personen konzentrieren, die bei weitem keine professionellen Komponisten, sondern in erster Linie hervorragende Dichter, Philosophen, Astronomen usw. waren. Und doch fanden sie die Zeit und Musse, ihr eigenes Musikstück (oder gleich mehrere) zu schreiben. Musik strahlt einfach eine grosse Anziehungskraft aus.

Leo Tolstoy. Der berühmte russische Romanschriftsteller konnte nicht nur Wörter, sondern auch Musiknoten erfolgreich kombinieren. Obwohl er nur einen Walzer in F-Dur komponierte, ist dieser ein ganz erstaunliches Musikstück für einen Laienmusiker. Den kurzen, eine Minute langen Walzer schrieb Leo Tolstoi bereits im Jugendalter, zum ersten Mal spielte er ihn aber für seinen Freund Alexander Goldenweiser und andere Gäste im Jahre 1906. Damals schrieb Sergei Taneew, ein Komponist, Pianist und Musikwissenschaftler mit phänomenalem Musikgedächtnis, das Stück auf einem Notenblatt auf, um es für die Nachwelt zu erhalten. Die Musik vom Schöpfer des berühmten Buchs „Krieg und Frieden“ hätte in der Versenkung verschwinden können, wenn nicht zeitgenössische Musiker ein lebhaftes Interesse daran gefunden hätten. 2004 hat Lera Auerbach, eine russisch-amerikanische Pianistin und Komponistin, zusammen mit dem Baritonsänger Chiyuki Urano den Walzer für das schwedische Klassiklabel BIS Records aufgenommen.

Friedrich Nietzsche. „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ – die Worte des berühmten Denkers Friedrich Nietzsche unterstreichen die grosse Bedeutung, die Musik in seinem Leben spielte. Ausser mit der Philosophie beschäftigte sich der Nihilist von Weltruf auch gerne mit dem Komponieren. Aber im Gegensatz zum Tolstois Walzer, der im Grossen und Ganzen positiv bewertet wurde, waren Nietzsches Kompositionen recht umstritten und stiessen auf teils heftige Kritik. Als Richard Wagner Nietzsches Klavierduett „Nachklang einer Silvesternacht“ hörte, stand er einfach auf und verliess den Raum, und Hans von Bülow, der bekannte Pianist und Dirigent, fragte Nietzsche als er seine Noten sah: „Haben Sie keine bessere Beschäftigung, um die Zeit totzuschlagen?“. Und doch wurde Nietzsches Musik teils positiv aufgenommen, und viele erkannten, dass sich das Genie von Nitzsche auch in seinen Musikstücken zeigte. Die Klavierkomposition „Heldenklage“ (1862) kann als Beispiel dazu dienen.

William Herschel. Astronomie und klassische Musik? Aber ja! Wilhelm Herschel ist vor allem als hervorragender Astronom bekannt, der Uranus und die Infrarotstrahlung entdeckte und sein eigenes Spiegelteleskop baute. Aber ausser der wissenschaftlich bedeutsamen Tätigkeit hatte er einen Hang zum Komponieren, er schrieb eine ganze Reihe von Musikstücken, darunter 24 Symphonien, einige Konzerte und Kirchenmusik. Wilhelm Herschel spielte mehrere Instrumente – Cello, Geige, Cembalo und Oboe. Heute ist Herschels Musik in grossen Konzerthallen kaum zu hören, sie wurde aber von einigen modernen Musikensembles aufgenommen, z.B. von den Dresdner Kapellsolisten oder vom britischen Kammerorchester London Mozart Players. Hier ist Herschels Sinfonie Nr.8.

Charlie Chaplin. Der phänomenale Stummfilmkomiker, Schauspieler und Filmproduzent hatte eine eindeutige musikalische Begabung. Obwohl Charlie Chaplin Musiknoten selbst nicht lesen konnte, war er ein fähiger Komponist. Die Musik zu fast allen seinen Filmen stammt von Charlie Chaplin selbst, und die Originalmusik zum Film „Rampenlicht“ gewann einen Oscar als beste Filmmusik. Geniessen Sie die von Charlie Chaplin komponierte Musik aus „Rampenlicht“:

Die Liste von Amateurkomponisten, die in eigentlich in einem anderen Gebiet weltbekannt sind, ist lang und umfasst zum Beispiel:

  • Benjamin Franklin (ein Streichquartett für 3 Violinen und Cello)
  • Henry VIII (eine grosse Zahl von säkularen Lieder und instrumentalen Renaissancekompositionen, darunter auch das englische Volkslied „Greensleeves“)
  • Richard Nixon (ein vom Politiker komponiertes und selbst öffentlich gespieltes Klaviersolo)
  • Sir Anthony Hopkins (ein klassisches Musikalbum „Composer“)
  • Prince Albert (eine Reihe von Musikstücken, die er seiner Frau Königin Victoria gewidmet hat)

Und die Liste ist geradezu endlos!

Wir hoffen, dass Ihnen die Lektüre über diese bedeutenden Persönlichkeiten und die musikalische Seite ihres Lebens Spass gemacht hat. Denken Sie immer daran, dass es nie zu spät ist, etwas Neues anzufangen. Wer weiss, vielleicht können Sie Ihre schlummernden Talente wecken und etwas wirklich Wunderschönes schaffen. Wir wünschen Ihnen viel Inspiration und kreativen Erfolg.

 
 
 
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